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Wer ist schuld?
Verlag Das Neue Berlin, Berlin, 1969, 1. Auflage Die deutsche Kriminalerzählung von Schiller bis zur Gegenwart, Band 3 Die in diesem 3. Band der Anthologie gesammelten Kriminalerzählungen sind Streiflichter der Wirrungen und Abgründe menschlicher Existenz. Mit dem Eintritt des Kapitalismus in seine allgemeine Krise stellt sich die Frage „Wer ist schuld?“ in immer neuen Verkettungen der Schicksale und Umstände, sie reicht bis in die persönlichsten und intimsten Bereiche des Lebens hinein. Die Herausgeber stellen hier gesellschaftskritische Kriminalgeschichten bürgerlich-humanistischer Autoren vor, die zugleich instruktive Annalen der zum Untergang verurteilten antagonistischen Klassengesellschaft sind, sie machen bekannt mit Verbrechergeschichten aus der Feder sozialistischer Autoren. Der Band erhält seine Farbigkeit nicht nur durch die vielfältigen Gestaltungsmittel der Autoren, sondern auch durch den weitgespannten Bogen der Themenbereiche. Die Titelerzählung von Oskar Maria Graf z.B. enthüllt die Trostlosigkeit der Kleinbürgerwelt, in dem Beitrag von Robert Neumann steht die Geschäftemacherei mit der Unzucht vor Gericht. Kurt Sterns „Der einsame Weg“ preist die Kraft der Solidarität, Fühmanns „Kameraden“ erhebt Anklage gegen die „nationalsozialistische Lösung“ eines Verbrechens, „Der Mast“ von Karl-Heinz Jakobs zeigt die Folgen einer vertuschten faschistischen Vergangenheit aus. – Mit diesem Band wird die Anthologie abgeschlossen. Inhalt: - Jakob Wassermann, Das Amulett (1927) - Oskar Maria Graf, Wer ist schuld? (1929) - Theodor Däubler, Der Marmorburch (1930) - Werner Bergengruen, Der Flankierbaum (1939) - Robert Neumann, Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen (1928) - Walter Bauer, Anfang der Freiheit (1932) - Hermann Kesten, Der Freund im Schrank (1957) - Thomas Valentin, Die Socken (1964) - Wolfdietrich Schnurre, Man sollte dagegen sein (1960) - Egon Erwin Kisch, Die Mutter des Mörders (1947) - Boris Djacenko, Das Glockengeläut (1960) - Frank Fühmann, Kameraden (1955) - Stephan Hermlin, Die Zeit der Einsamkeit (1950) - Kurt Stern, Der einsame Weg (1956) - Heiner Müller, Das Eiserne Kreuz (1956) - Günter Spranger, Kein Fall für den Staatsanwalt? (1968) - Rolf Schneider, Plädoyer (1965) - Karl-Heinz Jakobs, Der Mast (1964) - Brigitte Reimann, Das Geständnis (1969) 408 Seiten, Leineneinband, Schutzumschlag beschädigt, sonst guter Zustand Dachbodenfund, Kellerfund, Roman, Krimi, Erzählung, Literatur |





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