An Nachtfeuern der Karawan-Serail Märchen u Geschichten Alttürkischer Nomaden Erste Folge von Elsa Sophia von Kamphoevener Buch von 1963, angestaubt seit ca. 47 Jahren | In der Umschlagseite erzählt Elsa Sophia Baronin von Kamphoevener, wie sie »berechtigter türkischer Märchenerzähler« wurde.
»Ich habe mein Leben im Orient zugebracht, wo ich über vierzig Jahre lebte. Mein Vater war der Marschall von Kamphoevener Pascha, der Anfang der achtziger Jahre als Reformer nach Cospoli ging. Als junges Mädchen lebte ich teils im Wasser, teils auf dem Pferd und bat dann meinen Vater, mich nach Kleinasien auf Safari reiten zu lassen, um das eigentliche Volk kennenzulernen. Natürlich ritt ich in Männerkleidern. Meines Vaters älteste Diener kamen mit, und das erschröckliche Geheimnis konnte gut gewahrt werden. Dort nun, tief im Lande, lebte noch die alte Volkskultur in reicher Blüte. Die Turks sind ja ein Nomadenvolk ursprünglich, und alle Nomadenvölker haben immer Märchenerzähler mit sich geführt, die ihnen nachts die Zeit vertrieben, wenn in den Khans die kostbaren Herdentiere gehütet werden mußten vor räuberischen Menschen und Tieren, und die Hirten durch Märchenerzählungen wachgehalten wurden. Typischer Unterschied: Im Westen schlafen die Leute bei Erzählungen ein, im Orient bleiben sie wach! Dort nun also traf ich oft die gleichen Märchenerzähler, besonders einen ganz großen der Gilde, Fehim Bey. Wir saßen nachts zusammen am Feuer, und es ergab sich, daß er mich bat, an seiner Statt zu erzählen, damit er ein Weilchen schlafen könne. So tat ich dann. Und nach einigen Jahren nahm mich dieser Fehim, ein genialer und großer Mann, als gültiges Mitglied in seine Familiengilde auf. Es ist nämlich so, daß seit etwa 800 Jahren diese Märchen in Kleinasien lebendig sind und einigen Familien als Kapital gehören. Das heißt: jede dieser Märchenerzähler-Familien besitzt eine Anzahl Erzählungen zu eigen und darf diese erzählen, aber keine anderen. Geschieht es doch, so ist das Diebstahl, der schwer geahndet wird. Ein Märchendieb ist geächtet, und es bleibt ihm nur die Auswanderung übrig. Vollendeter Schutz des geistigen Eigentums!«
Es ist also ältestes Erzählgut, bisher noch nie aufgeschrieben, anonym und doch geprägt von der Persönlichkeit der Erzählerin, authentisch und neu geformt, wie es jeder Märchenerzähler in der Kette mündlicher Überlieferung tat. Die Eigenwilligkeit des Satzbaues, die besondere Rhythmik geben in unserer Sprache die Melodie der Fremdheit wieder und den Zauber der Welt, in der diese Märchen entstanden. *** Inhalt:
Goldene Äpfel Die vierzig Lügen Der Kawehdji und der Derwisch Liebeslist Das Lachen Ali, der Meisterdieb Der Cedernbaum Der schöne Fischer und der fliegende Fisch Das Kristallserail Der Gemahl der Nacht Der Schweigende Der Rosenbey Das Bazilikonmädchen Die Karawane Der geheime Garten Das gelbe Vergißmeinnicht Der Teppichweber
| | Meine Bemerkung: Es gibt noch eine zweite Folge(, die ich leider nicht habe) | | | Zustand: gebraucht, gut (bis sehr gut), gebunden; altersbedingt Buch mit wenigen sichtbaren Spuren, Schutzumschlag an Kanten abgestossen, Druckstellen, Fleckchen, usw. Christian Wegner Verlag Hamburg, 1963, 351 Seiten, ISBN ohne | Lieferung gegen Vorauskasse; Gewicht des Buches in Gramm cirka 460 Büchersendung 1292
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