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Lord Jim Von Joseph Conrad „Lord Jim“ ist die Geschichte einer Flucht – der Flucht des Träumers vor der Realität, des Phantasten vor der Notwendigkeit des Lebens. An Bord des Schulschiffes, auf dem Jim den Seemannsberuf erlernt, wird eines Tages Alarm gegeben, ein Schiff ist gekentert. Doch entrückt und verloren in einem Traum von Standhaftigkeit und heroischer Selbstverleugnung, der strahlender ist als die Wirklichkeit, in der solche Tugend sich zu bewähren hätte, vergisst Jim, in das Rettungsboot zu springen, das die Besatzung bergen soll. Wie eine Umkehrung und Reprise dieses Jugenderlebnisses mutet die Episode auf dem Pilgerschiff „Patna“ an, das in Seenot gerät und von der Besatzung im Stich gelassen wird. Wieder desertiert Jim, wieder handelt er nicht, sondern etwas in ihm. Fortan ist er ein Gezeichneter, und um sich den Menschen zu entziehen, die ihm ein demütigendes Bild seiner selbst vorzuhalten, flieht er von Ort zu Ort, von Stellung zu Stellung bis nach Patusan, jenem verborgenen Winkel im Malaiischen Archipel, wo er Ordnung, Frieden und Wohlstand herstellt, wo er Häuptling, wo er „Lord Jim“ wird und sich zur Größe erhebt „wie nur je ein Mann in der Welt“. Hier trifft ihn die dritte Bewährungsprobe seines Lebens. Abermals versagt Jim, und wieder klaffen Vorstellung und Wirklichkeit, die versöhnt schienen, auseinander. „Meine Sache“, sagt Joseph Conrad, „war es, mit aller Sympathie, deren ich fähig war, die rechten Worte für seine wahre Bedeutung zu finden. Er war einer von uns.“ 464 Seiten, guter Zustand, leichte Abgriffe und Abstoßungen, von 1962 |





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