| Das Buch über sich selbst: Rückseite In 30 farbklaren Aquarellen und in einer lebendigen Sprache läßt der Münchner Maler Karl Haberl ein Bild des Seengebietes im oberbayerischen Land zwischen Lech und Salzach entstehen. Die Aquarelle, die für sich selbst sprechen, werden nicht beschrieben; sie sind jeweils nur der Anlaß, das Ambiente vielfältig zu schildern: historisch, geographisch, anekdotisch, manchmal geradezu poetisch. Wie diese »Bilderschrift« und die bildhafte Sprache hier zusammenfließen in diesem Buch, ist ein Novum. Freude wird daran jeder haben, der das oberbayerische Seenland in seiner Eigenart und Vielfalt kennenlernen will; auch derjenige, der in einigen Teilen dieser Landschaft einmal seinen Urlaub verbracht hat, nicht zuletzt, wer dort selbst zu Hause ist. J. S.M. Vorwort Karl Haberl ist uns bislang vor allem durch seine eindrucksvollen Städtebilder bekannt. Nun hat er eine Reihe von Seen gemalt. Freilich gibt es durchaus eine Verbindung zwischen beiden, galt doch seine besondere Liebe den Städten am Wasser wie Brügge, Delft und Amsterdam und natürlich Venedig, der Stadt am und im Meer. Daß er leidenschaftlich gerne schwimmt, rudert und auf Schiffen fährt (und den Wassermann im Aszendenten hat!), wird bei der Wahl dieser Motive sicher eine Rolle spielen. Und die Entscheidung für die» Wasser«-Farbe, das Aquarell, macht ihm möglich, Klarheit und Transparenz dieses Elements auszudrücken, wie es mit kaum einem anderen Medium möglich wäre. Die jahrelange Beschäftigung mit Turner hat hier ihre Früchte getragen. Freilich geht Haberl technisch einen anderen Weg: Statt mit dem Rasiermesser am Schluß einzelne Partien herauszuschaben, läßt er bewußt Stellen des weißen Grundes frei, was bei aller notwendigen Spontaneität eine klare Vorstellung der Komposition voraussetzt. Darin zeigt sich ein wesentliches Charakteristikum seines Stils. Er kontrolliert seine Wahrnehmung und setzt immer wieder entschieden Akzente, so daß sich im Zusammenspiel von Farbflächen und farbigen Strichen eine, wenn man so will, graphische Malerei entwickelt. Welch intensive Beschäftigung dieses Malen begleitet, ihm vorausgeht oder nachfolgt, zeigen Haberls einführende Texte. Die Lage der einzelnen Seen, ihre Umgebung, ihr Stellenwert für das Leben der Menschen, die um sie herum wohnen, Brauchtum und Geschichte der Gegend - dies und manches mehr wird uns souverän und einfühlend nahegebracht. Josef Schmidtlein
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