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Georg und das große Gewehr Von Maxine Drury Warum bin ich nicht ebenso tüchtig wie meine Brüder? Das fragte sich oft der zwölfjährige Georg, wenn er wieder einmal danebengeschossen hat. Noch nicht einmal Hasen und Eichhörnchen kann er schießen, leichte Ziele, die seine Brüder verschmähen würden. An der Waffe kann es bestimmt nicht liegen, „Old Gal“ ist das beste Gewehr in der Umgebung! Und überdies stolpert Georg so oft, dass die Brüder über seine Tollpatschigkeit lachen. Wie leicht wirft er Geräte im Haushalt um und dergleichen Dinge mehr. Auch versucht er es gar nicht erst Holz zu spalten, er hat Angst, die Axt könnte ihm dabei ins Bein fahren. Ein richtiger Unglücksrabe inmitten einer kernigen und gesunden Familie, kräftigen Brüdern und tüchtigen Schwestern. Daneben kommt er sich vor wie ein hilfloses Wesen. Obwohl seine Brüder und sein Vater viel über seine Ungeschicklichkeit lächeln, haben sie ihn im Grunde doch gern. Allen voran sein ältester Bruder Silas, der Georg immer zur Seite steht und ihn gegen die Hänseleien der anderen Brüder schützt. Er hat es sich zum Leitsatz gemacht, den Schwachen zu helfen, so wie er es auch bei dem kleinen Lamm tut, das so gar keine Aussichten hat, weiterleben zu können. Mit Georgs Hilfe bringt Silas das kleine Lamm durch, und es wird bald der Liebling der ganzen Familie. Das Leben in der Pionierzeit Amerikas fordert von den Menschen Tüchtigkeit, Umsicht, Geschick und Stärke, alles Dinge, die der kleine Georg nicht aufzuweisen hat. So glaubt er jedenfalls, und die anderen auch, denn keiner weiß, dass die ganze Untüchtigkeit Georgs in seiner Kurzsichtigkeit zu suchen ist, da er selbst alle Dinge nur verschwommen sieht und sein Leben nur im Tasten besteht. Aber wer dachte damals schon an so etwas! Es gab zerschundene Glieder zu kurieren, aber Kurzsichtigkeit war ein Leiden, von dem kaum einer etwas wusste. Da musste erst jemand kommen, der das ganze Elend in Georgs Leben erkannte. Bis es aber soweit war, musste Georg mit Silas noch viele Strapazen auf sich nehmen, denn er begleitete seinen Bruder nach Ohio, in den Westen Amerikas. Sie erlebten Abenteuer, Not und Hunger, bis sie völlig erschöpft am Ziel. Ihrer Wünsche anlangten. Aber hier sah alles ganz anders aus, als sie erwartet hatten. Hier ging das Fieber im Land herum, und es dauerte auch nicht lange, da hatte es Silas gepackt. Ausgerechnet Silas, den Starken, der sich gerade einen kleinen Besitz erworben hatte. Jetzt ruhte alle Verantwortung auf Georg, der schier verzweifeln will. In diesem Augenblick lernt er Dr. Parson kennen, der erst einmal Silas wieder auf die Beine hilft. Dann aber widmet er sich ganz Georg. Er schenkt ihm eine Brille, und zum erstenmal in seinem Leben kann Georg alle Dinge deutlich sehen: Silas, den Arzt, das Haus – und die Hasen und Eichhörnchen. Das ganze leben kommt direkt auf ihn zu. Es ist nun ein leichtes für ihn, Tiere zu schießen, und jetzt wird ihm auch klar, dass er ja gar nicht so untüchtig ist. Er steht selbstbewusst einer neuen Welt gegenüber und freut sich darauf wieder nach Hause zu kommen, um seinen Vater ein vollwertiger Helfer zu werden. 160 Seiten, guter Zustand, leichte Abgriffe und Abstoßungen |





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