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Dr. J. Boch / W. Nerl
GAMSRÄUDE
Von Dr. J. BOCH, Professor für Parasitologie an der Frein Universität Berlin und W. NERL, Forstmeister in Ramsau.
F. C. MAYER VERLAG, MÜNCHEN, 1960
Seit Jahrhunderten ist die Gamsräude im Alpenraum bekannt. Sie hat in zeitlich mehr oder weniger großen Abständen größere oder kleinere Gebiete erfaßt und dann den Gamsbestand auf einen geringen Bruchteil reduziert. Entsprechend dem Umfang dieser schrecklichen Seuche sind in der Literatur eine große Anzahl von Veröffentlichungen vorhanden - bedauerlicherweise sehr zerstreut -, die jedoch keinen klaren Einblick in die Entstehung und Verbreitung zulassen, noch weniger in die Lebensweise der Räudemilben und in deren Bekämpfung. Kurz nach dem 2. Weltkrieg ist die Gamsräude auch in den bayerischen Gamsrevieren des Rupertiwinkels und der angrenzenden Gebiete aufgetreten. Der starke Verlust an Gamswild hat die Bayer. Staatsforstverwaltung veranlaßt, systematische und grundsätzliche Untersuchungen einzuleiten. Dabei handelte es sich neben der Festlegung der Versuchsanordnung darum, geeignete und interessierte Mitarbeiter zu gewinnen und das Problem der Finanzierung zu lösen. In dem befallenen Gebiet wurde ein Gamsgatter errichtet, um die Möglichkeit zu haben, gesunde und von der Gamsräude befallene Tiere laufend zu untersuchen und vor allem auch die Voraussetzungen für die Übertragung zu erforschen. Am Anfang dieser Versuche standen Forschungen über das Leben der Räudemilbe. Bei der Errichtung des Gamsgatters waren sich alle Beteiligten darüber im klaren, daß die Untersuchungen an den eingegatterten Tieren nicht ohne Vorbehalt auf die freie Wildbahn übertragen werden können. Aber nachdem Versuche an freilebenden Tieren praktisch unmöglich sind, mußte das Risiko der Untersuchungen an Gattertieren übernommen werden. Das Ergebnis dieser zweifellos erfolgreichen „Tatbestandsaufnahme“ wird in dem vorliegenden Werk allen interessierten Kreisen zur Kenntnis gebracht. Ganz besonders ist dabei zu begrüßen, daß nur eindeutig erwiesene Forschungsergebnisse wiedergegeben sind und keinerlei spekulative Aussichten eröffnet wurden. Es ist zu hoffen, daß auf diesem Fundament aufgebaut werden kann und in absehbarer Zeit wirkungsvolle Maßnahmen zur Bekämpfung der Gamsräude gefunden werden können.
Das Buch (173 g / 42 S. / 15,2 x 21,3 cm) befindet sich in einem sehr guten und tadellosen Zustand, lediglich der Original-Schutzumschlag hat altersbedingte Gebrauchsspuren (einige Einrisse und auf der Rückseite fehlt ein Stück des Umschlages welches notdürftig repariert wurde). |





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