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Günther Stauffer
DONNERSBERGER JAGDGESCHICHTEN … UND ANDERE
Verlag Dieter Hoffmann, Mainz, 1979
Warum Donnersberger Jagdgeschichten? Ja, warum und weshalb erscheinen nunmehr im Verlag Dieter Hoffmann meine Jagderlebnisse? - Ich glaube, da bin ich eine Antwort schuldig, denn ich bin kein Schriftsteller, kein Stückeschreiber und erst recht kein Fabulierer, der sich vorgenommen hat, mal was Nettes zu Papier zu bringen. - Ich bin ein ganz einfacher Landwirt, Bauer, dem die schwere Erde an den Schuhen klebt von der Arbeit draußen auf dem Feld und in dem Weinberg und dem die Hände immer klobiger werden von der harten Handarbeit, der aber diese Arbeit draußen in der freien Natur über alles liebt. Und nichts anderes möchte ich sein als Bauer. - Aber dazu kommt noch, daß ich in eine Familie mit leidenschaftlichem Jägerblut hineingeboren wurde. Und diesen Banden, die durch Mark und Bein gehen, kann man sich nicht entziehen. Das steckt in einem Menschen. Daher kann ich nichts dafür, daß ich auch ein leidenschaftlicher Jäger geworden bin. So will ich als Bauer und Jäger das Frühjahr, den Sommer, den Herbst und den Winter erleben, die Sonne, den Regen, die Hitze und die Kälte, die herrliche Natur und all das Schöne, was Gott geschaffen hat, alles was wächst, kreucht und fleucht. - Und alles, was ich erlebe, erlebe ich intensiv, wohl wissend, daß dies alles einmal vorbei sein wird. Und wenn man so gern lebt und intensiv lebt, möchte man oftmals wissen, was haben deine Eltern, Großeltern und die anderen Altvorderen gedacht, getan, was für Freuden und Ängste haben sie erlebt, wie ging es ihnen zu ihrer Zeit. Aber je weiter man die Familiengeschichte zurückverfolgt, um so dürftiger werden die Fakten und versiegen dann letztendlich. Obwohl man von diesen Menschen abstammt, weiß man fast nichts von ihnen. Das fand ich schon immer ungeheuerlich. Also führte ich schon frühzeitig ein Betriebstagebuch, ebenso ein Jagdtagebuch und kann so alle Begebenheiten zurückverfolgen und erinnere mich auch beim Nachlesen an Ereignisse, die ich schon längst vergessen zu haben glaubte. Ein Ereignis veranlaßte mich eines Tages etwas umfassender zu notieren: Es war ein außergewöhnliches Jagdjahr, wie könnte es anders sein. Aber schon bald merkte ich, als Ungeübter und Laie, daß ich mit einer Darstellung überfordert war, die die ganze Familiengeschichte mit beinhalten sollte. Also schrieb ich erst mal einige kleine Begebenheiten auf, die es mir wert waren, festgehalten zu werden. Nur für meine Familie und mich, versteht sich. Und deshalb nenne ich auch Namen, Zeit und Ort, denn sie sind wahr und haben sich so abgespielt, wie ich sie notiert habe - die Betreffenden können das auch bezeugen. Des öfteren habe ich dann im Freundeskreis mal diese und jene Geschichte zum Besten gegeben und gesagt, daß ich sie festgehalten habe. Da animierte man mich, sie zu veröffentlichen. Und der Verlag, von dem wir Jäger allmonatlich unsere Jagdzeitschrift beziehen, hat sich spontan bereit erklärt. Herr Hoffmann tituliert mich fortan mit „Prinz von Heimersheim“. Die unangenehmen Dinge, die ich ja schließlich auch erlebt habe, müssen aber ausgelassen werden, da sie leicht als eine Art Abrechnung mißverstanden werden könnten und die Leichtigkeit und Fröhlichkeit der Schilderungen beeinträchtigt hätten. Das darf nicht sein und das will ich auch nicht, denn schon oft habe ich sogenannte „Abrechnungsbücher“ gelesen und finde sie einfach penetrant. Aber auch diese Erlebnisse sind so einmalig nicht, denn ein jeder Jäger hat seine persönlichen Jagderlebnisse und sie genau so empfunden wie ich. So sollte man sich bei diesen Schilderungen seiner eigenen schönen Erlebnisse erinnern können und Freude und Erholung empfinden. - Es soll aber auch von einer Landschaft, nämlich der rheinhessisch-pfälzischen Landschaft, die Rede sein, die neben den vielen, vielen anderen Gesichtspunkten auch jagdlich so ungeheuer interessant ist. Denn hier wird nicht nur der Wein, das Wasser, der Weizen und der Wald gehegt, sondern auch das Wild. Sicher gibt es hier keine Elefanten, Tiger und Bären, aber viele kleine Häschen, Fasanen, Rehe und Wildschweine und, wie später noch gesagt, ab und zu mal 'nen „Wolf“. Aber das ist ja schließlich auch etwas, über das man berichten und sich freuen kann. Und eines hätte ich beinahe vergessen. Die Antwort: ich liebe diese Landschaft und die Menschen sehr und widme diese Geschichten all denen, die das auch tun, insbesondere meiner Familie und in memoriam meinem Vater.
Das Buch (307 g / 144 S. / 15,2 x 21,4 cm) befindet sich in einem sehr guten und tadellosen Zustand. Auf dem ersten Leerblatt befindet sich eine handschriftliche Widmung.
ISBN 3873410338 |





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