Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln Klaus Grewe Mit Beiträgen von Werner Brinker, Günther Garbrecht u.a. , Rheinische Ausgrabungen. Band 26). Köln 1986.Leinengebunden mit Schutzumschlag. 289 Seiten m. zahlreichen Abb. u. 1 Karte als Beilage. Verlagsfrisch, OVP
Aus dem Inhalt: Die römische Eifelwasserleitung nach Köln ist mit 95,4 km Länge die zweitlängste Wasserleitung, die von den Römern erbaut worden ist. Sie versorgte die römische Colonia Claudia Ara Agrippinensium täglich mit 20.000 m3 besten Trinkwassers aus der nördlichen Eifel. Fünf Quellen im Raum Nettersheim/Mechernich treten in einem Gebiet zutage, das von uns heute als "Sötenicher Kalkmulde" bezeichnet wird. Obwohl durchaus näher an der Stadt liegende Quellgebiete hätten genutzt werden können, nahmen die römischen Ingenieure es auf sich, Wasser aus einem in der Luftlinie rund 50 km entfernt liegenden Dargebot zu nutzen: Das kalkhaltige Wasser der Nordeifel kam dem römischen Geschmackssinn wohl näher, als das Wasser aus Erft oder Swistbach. Von den großen obertägigen Bauten des Römerkanals ist heute kaum noch etwas im Gelände vorhanden. Zu gründlich sind die Baumeister des Mittelalters vorgegangen, um die Eifelwasserleitung als Steinbruch zu benutzen. Selbst der unterirdische Kanal ist auf mehrere Kilometer ausgebrochen worden, um aus den Steinen die vielen Burgen, Kirchen und Klöster der Umgebung zu bauen. Der Rheinbacher Hexenturm, Burg Münchhausen bei Wachtberg-Adendorf und Kloster Schillingskapellen bei Swisttal-Dünstekoven sind im 12.Jahrhundert zu großen Teilen aus dem Abbruch des Römerkanals erbaut worden. Das besondere Interesse der mittelalterlichen Baumeister galt allerdings der Kalkablagerung im Kanalgerinne. In Ermangelung anderer Schmucksteine für die Bauten der romanischen Zeit, brach man diesen - Kalksinter genannten - Stein, um ihn als "Aquädukt-Marmor" zu Säulen, Altarplatten und Grababdeckungen zu verwenden
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