Gewerbliche Destillieranlage
20 Liter- Edelstahldestille De Luxe mit Kolonne, 2-Wege-Kühlung und Spannverschlusstechnik für aromatische Obstbrände
- Getrennte Kühlwege für Vor- und Nachlauf (Edelstahl-Liebigkühler) sowie für den Mittellauf /Edelbrand (Edelstahl-Schlangenkühler)
- Hygiene durch Edelstahl - keine Grünspangefahr,
- Reinigung ein Kinderspiel, die Spirale können Sie zum Reinigen einfach herausziehen,
- 2 Jahre Herstellergarantie.
Edelstahl: Damit haben Sie keine Probleme mehr, die bei Kupferdestillen bei falscher Reinigung oder Lagerung auftreten können. Professionelle Brenner wissen, warum sie bei Dampfleitungen und Kühlung auf Edelstahl setzen. Kupfer wurde früher eingesetzt, weil es einfacher zu verarbeiten ist, Edelstahl gab es noch nicht. Heute wird bei großen und mittleren Anlagen wegen der größeren Wärme-Leitfähigkeit meistens die Brennblase noch aus Kupfer gefertigt, um einen höheren Wärmeübergang vom Wasser- oder Glyzerinbad in die Maische zu gewährleisten. Letzteres wird im Kleindestillenbereich mittlerweile wesentlich effektiver durch induzierten Wirbelstrom im Boden erreicht - da muss erst gar keine Wärme übergehen sondern bildet sich unmittelbar in der Heizzone. Die Leitungssysteme und vor allem die Kühler werden bei den großen Herstellern fast ausschließlich aus Edelstahl gefertigt, weil Kupfer hier praktisch kaum sauberzuhalten ist. Die dem Kupfer zugesprochene katalytische Wirkung des Kupferkessels ist eigentlich marginal bis Null und wird wesenlich effektiver durch Zugabe von Kupfersalz erledigt. Lediglich gut gepflegte Kupferkatalysatoren bei mittleren und großen Destillieranlagen, bei denen der Dampf über eine größere Kupferoberfläche forciert wird, haben noch einen signifikant katalytischen Einfluss. Beim Brennen von Steinobst reichen die Kupferkatalysatoren für eine Cyanidbindung aber auch nicht aus. Daher wird in diesen Fällen auch bei größeren Destillen mit Kupferkatalysator noch Kupfersalz beim Brennen dazu gegeben. Hinzu kommt noch, dass die Katalysatoren einen hohen Pflegebedarf haben, um ihre Wirkung zu erhalten. Im Kleindestillenbereich ist Edelstahl auf jeden Fall dem Kupfer vorzuziehen. Schlangenkühler aus Kupfer haben eine nur begrenzte Haltbarkeit und sind praktisch nicht wirklich sauber zu halten. Falls Steinobst gebrannt wird oder durch Fehlgärungen Schwefelverbindungen entstanden sind, empfielt es sich Cyanurex (Kupfersalz) zuzugeben. Eine Kleindestille aus Kupfer bringt da gar nichts. Auch wir bauen noch kleinere Kupferanlagen um günstigere Geräte anbieten zu können, weil sie einfacher und billiger herzustellen sind. Edelstahl-Anlagen haben aber eine längere Lebensdauer, so dass sie auf langer Sicht preiswerter sind.
Mit dieser Edelstahlanlage mit Kolonne können Sie auch niederprozentige, mit Reinzuchthefe und ohne Zuckerzugabe vergorene, Obstmaischen in einem Arbeitsgang brennen. Dazu reicht es im Allgemeinen, den Topf durch das Sieb der Kolonne zu befüllen, so dass die festen Bestandteile in der Kolonne bleiben und unten im Brenntopf nur Flüssigkeit ist. Oder Sie möchten z.B. einen möglichst reinen Wodka erzeugen, dann befüllen Sie die Kolonne mit Glaskugeln oder Edelstahlwolle. Es gibt zahlreiche Variationsmöglichkeiten, so dass Sie Ihr spezielles Produkt erzeugen können.
Die Anlage eignet sich:
- zum Herstellen von ätherischen Ölen, die Kolonne (Aromakorb) ist zwingend erforderlich für die Wasserdampfdestillation,
- zum Herstellen von Obstgeist und Kräutergeist mit Branntwein (mit versteuertem Branntwein).
- als Schnapsdestille für Brennrechtinhaber, für Gewerbe und Export - insbesondere für aromastarke Obstbrände.
Arbeitshinweise
Bei dieser Destillieranlage De Luxe handelt es sich um ein System zur Obstverarbeitung, bei der Liebig- und Schlangenkühlung kombiniert eingesetzt werden, um eine kontinuierlich laufende Vor- und Nachlauftrennung vom Edelbrand zu erreichen. Dabei werden Vor- und Nachlauf über den Liebigkühler abgeleitet. Durch den Schlangenkühler läuft dann nur noch das gute Destillat (Mittellauf oder Edelbrand) und er kann nicht mehr durch Vor- und Nachlauf verunreinigt werden. Zum Beginn wird das Kugelventil (7.4) mit dem Hebel in die Richtung zum Schlangenkühler (5) geschaltet. Damit wird der Weg zum Liebigkühler geöffnet. Unter dem Auslauf des Liebigkühlers wird zunächst ein kleines Glas positioniert, der Liebigkühler wird mit Wasser gefüllt, das Wasser danach abgedreht. Sobald die Temperatur am Thermometer (9) merklich zu steigen beginnt, sieden die ersten leicht flüchtigen Komponenten und der Dampf tritt ab ca. 70 °C in das Geistrohr über und gelangt zum Liebigkühler – es kommen die ersten Tropfen Destillat; der Vorlauf beginnt. Das Kühlwasser muss während der gesamten Vorlauftrennung nicht laufen. Im ersten Schritt wird bei Maischen ab ca. 10 Vol.-% bis ca. 80 °C der Vorlauf gesammelt. Bei niederprozentigen Maischen kann diese Temperatur durchaus höher sein (machen Sie sensorische Prüfungen oder evtl. auch einen Vorlaufabtrenntest). Ab frühestens 80 °C wird das Kugelventil (7.4) umgestellt; der Liebigkühlerkreis wird geschlossen, der Schlangenkühlerkreis eingeschaltet. Jetzt läuft das gute aromatische Destillat im Aromakreis durch den im Wasser gelagerten Schlangenkühler (5) in die Destillatleitung (10) ein dort bereitgestelltes Gefäß. Während des Laufes haben Sie Zeit ein Gefäß für den Nachlauf unter den Destillatauslauf des Liebigkühlers (11) zu platzieren. Beachten Sie, dass es eine Weile dauern wird, bevor Destillat aus dem Schlangenkühler läuft. Die Temperatur kann bis auf 86 °C angestiegen sein, bevor es anfängt zu laufen. Auf jeden Fall muss langsam hochgeheizt werden, der Anstieg der Temperatur zeigt an, dass der Prozess läuft. Ab ca. 91 °C wird das Kugelventil (7.4) wieder zurückgeschaltet und der Liebigkühlerkreis aktiviert. Jetzt wird der Nachlauf abgebrannt. Dazu wird das Wasser am Liebigkühler mäßig aufgedreht. Zu Beginn wird jeweils alle 0,5 °C das Sammelgefäß ausgetauscht und die jeweilige Marge sensorisch (durch Riechen) geprüft. Falls das Ergebnis bis 91,5 °C noch gut ist, kann man sie dem Mittellauf zuordnen. Die nächste Marge bis 92 °C kann man noch genau so beurteilen. Über 92 °C wird aber bis 95 °C alles als Nachlauf in einem Gefäß gesammelt. Den Nachlauf kann man später mit Nachläufen aus anderen Brennsessions zusammengeben und einem Reinigungsbrand unter Verwendung der Kolonne unterziehen. Auf keinen Fall sollte man den Nachlauf der Maische bei Folgebränden zugeben. Genauere Anleitungen findet man auf der CD, die man bei Erwerb eines Destilliergerätes herunterladen kann.
Desweiteren gibt es die Möglichkeit das Kugelventil so einzustellen, dass beide Kühlkreise gleichzeitig freigeschaltet werden, um einen schnelleren Abbrand zu erreichen. Dazu muss allerdings eine Schraube am Ventil gelöst werden.
Worauf Sie beim Destillenkauf achten sollten:
- Fragen Sie bei Vergleichsangeboten nach der Literzahl der Brennblase - sie sollte hinreichend groß sein. Bedenken Sie, dass Sie bei einer 10%-igen Maische etwa 10% reines Alkohol-Destillat erhalten, bei unserer 20- Liter-Anlage also ca. 2 Liter. Die Destillierzeit bei kleinen und großen Anlagen ist fast dieselbe,
- achten Sie bei Maischesieben auf hinreichende Engmaschigkeit, bei einigen Anbietern sind sie als Anbrennschutz unbrauchbar,
- achten Sie darauf, dass eine Dichtung zwischen Brennblase und Helm ist; diese sollte auf keinen Fall aus Gummi sein, weil Gummi Ihr Destillat verdirbt,
- achten Sie bei gesteckten Verbindungen im Dampfbereich, dass eine Dichtung vorhanden ist - sonst pfeift der Dampf heraus, am besten PTFE (Teflon) oder EPDM, auf keinen Fall Gummi
- achten Sie bei Thermometern auf die richtige Lage. Ein Destillierthermometer gehört nicht auf dem Helm. Die Temperatur muss an der höchsten Stelle im Dampfbereich, entweder an dem Übergang ins Geistrohr, oder bei ansteigendem Geistrohr kurz vor dem Übergang in die Kühlung gemessen werden,
- verwenden Sie keine Ganzeintauch-Thermometer (Sie erkennen diese an der fehlenden Markierung für die Eintauchtiefe). Viele Anbieter von Thermometern behaupten, dass diese zum Destillieren geeignet sind; das ist falsch. Bei uns bekommen Sie ein geeignetes Destillierthermometer dazu.

Lieferumfang
20 Liter Edelstahl-System incl. befüllbarer Kolonne (Obertopf / Aromakorb, 3 teilig) und Edelstahl-Destillieraufsatz mit 2-Wege-Kühlung
- Destillierkessel / Brenntopf /Brennblase mit Dichtung (13 Liter), für alle Feuerstellen geeignet - auch Gas und Induktion,
- Kolonne, auch als Maischesieb und Aromator (7 Liter),
- Trichterförmiger Helm mit Schraubanschluss für Steig-/Geistrohraufsatz (3.1) sowie 3 Spannverschlüssen (3.2,
- Edelstahl-Kühltopf mit Steckbuchse für die Spirale (innen), Verschraubung für den Destillatschlauch (außen).
Ein Kühlwasserab- bzw. –zulauf sind standardmäßig bei dieser Anlage nicht vorhanden. Diese können als Optionen für EUR 35,- Aufpreis je Anschluss dazubestellt werden.
- Edelstahlschlange, 2,5 m lang, zum Reinigen herausziehbar,
- Liebigkühler mit Schraubnippel zur Verschraubung an 5.
- Verbindungs- und Umschaltmodul mit Steigrohrsystem und Thermometerbuchse, sowie
- Gewinde für die Verschraubung auf dem Helm,
-
Anschlussverschraubung für den Liebigkühler,
-
Anschlussverschraubung für das Geistrohr zum Schlangenkühler,
-
3-Wege-Kugelventil zum Umschalten vom Liebigkühler auf den Schlangenkühler,
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Thermometerbuchse. Geistrohr mit Gewinde zum Anschluss des Verbindungs- und Umschaltmoduls mit der Kühlschlange,
-
-
Qualitätsthermometer mit HG-Füllung, gelb hinterlegt, mit Silikonstopfen,
-
Destillatleitung zum Anschluss an den Kühltopf,
-
Destillatleitung zum Aufstecken auf den Auslauf des Liebigkühlers,
-
Schlauchsatz für den Liebigkühler.

Ventilschaltung

Einfach umschalten


 so tief in den Stopfen einstecken
Hinweise zur Verwendung von Brennblase und Kolonne: Bei Flüssigkeiten mit festen Bestandteilen wird der Brennkessel bei aufgesetzter Kolonne durch das Kolonnensieb befüllt. Dadurch bleiben die festen Bestandteile im Sieb, die Flüssigkeit läuft in den Brennkessel. Dabei sollte bei Nutzung der Kolonne die reine Flüssigkeitsfüllhöhe nicht mehr als 12 Liter betragen, und bei Nutzung der Kolonne als Destilliertopferweiterung (Flüssigkeit über den Siebboden hinaus )nicht mehr als ca 18 Liter. Zwischen Destilliertopf und Kolonne muss dabei die dickere der beiden Dichtungen eingesetzt und die Kolonne fest in den Destilliertopf gedrückt werden. Dadurch, dass im Brennkessel nur noch Flüssigkeit ist, wird ein Anbrennen verhindert. Beim Destillieren mit Kolonne werden die aromatischen festen Bestandteile in der Kolonne schonend vom Dampf durchsetzt und dieser reichert sich hier mit Aroma an. Der trichterförmige Helm bewirkt einen Düseneffekt, indem er den aromatisierten Dampf beschleunigt und zum Steigrohr hin fokussiert. Dadurch werden ungewollte, aromamindernde Rückflüsse in den Topf stark reduziert. Die Kolonne kann je nach Anwendung auch mit frischen Früchten bzw. Kräutern gefüllt werden. Der Helm wird mit der Dichtung in die Kolonne gedrückt und sitzt hinreichend fest, um bei einem ordnungsgemäß ablaufenden Destilliervorgang das System abzudichten. Anschließend werden die Edelstahl-Spannverschlüsse unter den Bördelrand des Brenntopfes gehakt und mit dem Hebel gespannt. Dadurch wird das unbeabsichtigte Öffnen der Anlage während des Betriebes vermieden. Bei Störungen der Destillation, z. B. durch Überkochen, kann es in den Rohrleitungen zu Verstopfungen kommen und sich ein zu hoher Druck aufbauen. Die Anlage darf daher während des Betriebs zu keinem Zeitpunkt allein gelassen werden. Bei zu hohem Druck durch Verstopfung ist der Thermometerstopfen der schwächste Punkt und kann im Extremfall fortfliegen. Am besten sorgt man dadurch vor, dass man die obere Kolonne nicht zu hoch mit Maischebrei füllt und eine zu starke Aufheizung vermeidet. Eine Verstopfung bemerkt man u. a. an einem plötzlichen Temperaturabfall am Thermometer trotz eingeschalteter Feuerstelle. In diesem Fall die Wärmezufuhr sofort abstellen. Zum Tragen der gefüllten Anlage bitte ausschließlich an den Griffen anfassen. Ziehen Sie zum Trennen der Kolonnen oder des Helmes auf keinen Fall an den Griffen, und drücken Sie die Kolonnen auch nicht an den Griffen fest. Diese sind nur zum Tragen angebracht. Zum Trennen der Kolonnen ziehen Sie die Dichtung am besten ein Stück heraus (wie bei einem Einkochglas); sie lassen sich dann einfach trennen. Um den Helm zu lösen, verwenden Sie bei gelösten Spannverschlüssen am besten das noch aufgeschraubte Steigrohr-/Geistrohrsystem als Hebel.
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